Bit`s / Ullip / Drums and voice / Sunny Heights :
Uploaded to Aural Innovations: September 2003
Bit’s - Home Run
(Fünfundvierzig 2003, CD 45-131)
Hailing from Germany, Bit’s is a side project from S.Y.P.H.’s guitarist Uwe Jahnke and drummer Ulli Putsch. They play an experimental hybrid of jazz, electronica, ambient, and krautrock, similar in ways to contemporary bands like San Francisco’s Mushroom, although the recordings on this album date back to the early 80’s. Amazing really, considering that before I read that little tidbit of information, I would have easily said this album was entirely contemporary sounding. Having worked in alternative college radio back during this period, I can tell you the recordings on this album sound nothing like what was going on at the time they were produced. Bit’s was obviously way ahead of everyone else.
Not surprising, since the first four tracks (originally from a maxi-single released in 1982) were produced by Can’s Michael Karoli. Karoli even lends some excellent psychedelic guitar licks to the second track, first Byte. The album is often dark and moody, and resonates with a late night vibe and an experimental edge. Synthesizers are used only lightly, the electronica feel coming more from the steady drum beats and motorik rhythms that propel the music. Around those beats and rhythms weave edgy guitar, dark piano, broodingly funky bass, and occasional, understated vocals. The opening track, Two byte, throws a bunch of murky samples into the mix as well, but this isn’t the general trend of the album, or even of the three other Micheal Karoli produced pieces. The only track that sounds remotely of its time is, perhaps, the upbeat rocker Speed. But the 80’s sounding synth lines actually add a sort of nostalgic appeal, and work well with the searing guitar making this one of the catchiest tracks on the album. The album closes with a tasty space jam full of freaky guitar effects and swirling synths in the form of Can beee, and as its title suggests, this track especially, and the rest of the album as well, will no doubt appeal to fans of the more rhythm based Krautrock styles, like those created by Can in their heyday.
Musicmatic- online magazin
Diese erst 1998 auf CD erschienenen Aufnahmen stammen ca. von 1983 (damals nur auf Kassette). Bei den Stücken handelt es sich um meist improvisierte, nur auf vagen Vorgaben - Drums und Bass - basierende Dub/Punk/Rock-Strukturen. Der Sound ist grell und unmittelbar, aber doch verhallt wie in neondurchleuchteten Garagen. Eine Art weißer Dub. Musik, die an Public Image Ltd. (sozusagen im Jazz-Keller), Can (u.a. ist Michale Karoli daran beteiligt, außerdem Ex-SYPH-Schlagzeuger Ulli Putsch), ein wenig an Massacre (ohne deren angestrengte Attitüde) und Die Haut erinnert. Und natürlich an Adrian Sherwood's On-U-Sound-Dub-Küche, wobei der Dub hier weniger gewollte Technik ist als allgemeine Ambience. Jemand, der auf klare Songstrukturen Wert legt, wird diese Musik als Gedaddel empfinden, es sind immer Tracks, die ein Rückgrat aus einem Drum/Bass-Beat/Lauf haben, zu denen sich Gitarren-Akkorde und -Soli einfinden und Drama-Synthesizer oder auch sporadischer Gesang. Angeblich sollen einige der Tracks 30 Minuten länger oder länger gedauert haben; es ist mir nicht ganz verständlich, warum diese CD sich auf ca. 52 Minuten beschränkt, denn: Längen treten so oder so auf; wenn der Groove stimmt, kann es ohne Gefahr länger dauern, ohne langweilig zu werden ("Candy Candy" oder "Snake Byte Kit"); andere Tracks sollten sich etwas am Riemen reißen. Muß man sich eben drauf einlassen können. Als Besonderheit fällt noch "Speed" auf: Das "Miami Vice Theme" für den Underground.
von musicmatic Dec. 2003
Ein Hypertext mit Musikern
Auch wenn Damo Suzuki beim Auftritt von Bit's am 21. Juni 2003 in Köln nicht anwesend sein sollte, irgendwie wird er aber doch anwesend sein. Oder sagen wir es anders, wenn er da wäre und mit auf der Bühne stehen würde, dann würde hier nicht Bit's sondern Damo Suzukis Network spielen -- möglicherweise. Dominik von Senger und Ulli Putsch sind zwei Musiker die sehr oft bzw. des öfteren mit Damo Suzuki gespielt haben, bei Boris Polonski und Anna Donarski weiß ich es nicht. Dominik von Senger, war Gitarrist von Dunkelziffer, einer Band in Köln in den 80ern, Damo Suzuki sang dort zeitweise. Später gab es dann die Damo Suzuki Band, ebenfalls mit Dominik von Senger, der am 21. Juni für Uwe Jahnke bei Bit's die Gitarre spielt. Uwe Jahnke, der am gleichen Abend mit den Fehlfarben in Wien spielt, hat auch schon einige Male bei Damo Suzukis Network gespielt.
Damo Suzuki war von 1970 bis 1973 Sänger bei CAN. Bei CAN waren Holger Czukay, Michael Karoli, Irmin Schmidt und Jaki Liebezeit. Holger Czukay produzierte 1980 die zweite LP der Solinger Band S.Y.P.H. "Für mich war das damals ein Musikalisches Schlüsselerlebnis," sagte der S.Y.P.H.-/Bit's-Schlagzeuger Ulli Putsch im Blecheimer & Luftpumpe-Interview. "Seine Art unsere Musik am Schneidetisch neu zusammenzubauen war dann ein neues Stilelement, das ich in meiner Arbeit noch oft einsetzen sollte." Jaki Liebezeit gehörte 1980 zur Phantomband, bei der auch Helmut Zerlett, Rosko Gee, Olek Gelba und Dominik von Senger wirkten. Dann gab es ebenfalls in Köln Feel, mit Helmut Zerlett (damals auch oft "Jumpy" genannt), Reiner Linke, Stefan Krachten und Matthias Keul. Daraus entwickelten sich dann Dunkelziffer und Unknown Cases. Ein Teil der Musiker halfen dann Dominik von Senger bei seinen zwei Soloplatten.
Was soll man von der folgenden Bandbesetzung halten?
Damo Suzuki (Voice)
Jaki Liebezeit (Schlagzeug)
Dominik von Senger (Gitarre)
Matthias Keul (Keybords)
CAN, Phantomband, Dunkelziffer? Nein, die Damo Suzuki Band bei einem Auftritt 1990 in Linz (Österreich).
Zehn Jahre später, am 20.11.2000 in Frankfurt:
Damo Suzuki (Voice)
Mandjao Fati (Bass)
Uwe Jahnke (Gitarre, Synthesizer)
Dominik von Senger (Gitarre)
Mani Neumeier (Schlagzeug)
Damo Suzukis Network als Kreuzung aus Dunkelziffer/S.Y.P.H./Fehlfarben/Guru Guru. Kreuzung ist natürlich verkehrt, denn Uwe Jahnke steht bei weitem nicht für S.Y.P.H. oder Fehlfarben und Dominik von Senger auch nicht für Dunkelziffer. So finde ich kann man auch nicht schreiben: Krautrock meets New Wave.
Aber weiter im Namenskarussel - schneller, schneller. Der schon mehrfach genannte CAN/Phantomband-Schlagzeuger Jaki Liebezeit bildet zusammen mit Boris Polonski und Dirk Herwig Club Off Chaos. Boris Polonski hat auch mal mit Uwe Jahnke etwas produziert, nun spielt er auch bei Bit's. Bit's hat 1982 eine 12inch bei Pure Freude veröffentlicht. Produziert wurde die Platte damals von Ex-CAN Michael Karoli. Trance Groove (Reiner Winterschladen, Jürgen Dahmen, Helmut Zerlett, Volker Vaessen, Stefan Krachten Samson Gassama u.a.), Raum 3 (Daniel Bazanta, Olek Gelba, Orhan Temur, Frank Schüttgen, Boris Polonski) ... wen haben eigentlich die Unknown Cases (Helmut Zerlett, Stefan Krachten) alles als Gastmusiker gehabt? Wolfgang Schubert, DJ Heli, Dominik von Senger, Olek Gelba, Jan Dix, Matthias Keul, Rosko Gee, Achim Fink, Reiner Winterschladen, Reebop Kwaku Baah, Axel Heilhecker ... zu jedem Namen könnte man sicherlich noch zwei Bands nennen und im Rubbeldiekatz hätte man halb Köln hier auf der Seite stehen. Beispiele gefällig? Zeltinger Band: Jaki Liebezeit, 1979; The Piano Has Been Drinking: Matthias Keul, Anfang der 90er; Wolfgang Niedecken & Complizen: Dominik von Senger und Matthias Keul, Reiner Winterschladen, Wolfgang Schubert, 1987, Food Band: Axel Heilhecker (Wolf Maahn, Hans Bäär [1988: Fred Banana], Ralf Engelbrecht [Sorry No Diesel mit Robert Crash, Zeltinger Band), 1974 ++ ... Von hier einen Bogen nach Düsseldorf zu den Fehlfarben zu schlagen ist sehr einfach. Fehlfarben/1983/LP "Glut und Asche"/bereits genannte Musiker: Uwe Jahnke, Matthias Keul, Achim Fink, Rainer Winterschladen, Wolfgang Schubert. Schluß jetzt! Da wird man ja ganz kirre im Kopf.
Bloom online magazine
Es ist heiss. Zeit für ein Mittagsschläfchen unter Schatten-spendender Flora. Mehr Bewegung als Atmen und Rapid Eye Movement sind sowieso zu anstrengend. Bevor der Schweiss in Strömen den Körper verlässt, salzig perlend, lieber geschehen lassen, statt zu agieren. In der Zeit der langen Tage. Es sei denn, - fein! fein! - nahe gelegenes kühles Wasser verspricht erfrischendes Planschvergnügen. Komplett apathisch waren Bits allerdings nur bedingt, eher zum bedächtigen Austoben bereit. Ihr Mittachtziger-Album, das jetzt als CD erscheint, sollte trotz hitziger Idylle entstehen - unter anderem wurde bei Nizza aufgenommen, im "Outerspace"-Studio vom mittlerweile verstorbenen Ex-Can-Gitarristen Michael Karoli, der zum Instrument greift und auch zu Wort kommt - a little Bit.
Sobald in Nordeuropa der Sommer Sonnenschein spendiert, ohne geizig zu sein, kommt die Sympathie für ursprünglich jamaikanische Musik zum Vorschein. Die Bits hören und verehren sie wohl unabhängig von Jahreszeiten. Eher immer. So ist "Home-Run" Dub-Rock, mit schwingendem Fundamentalrhythmus. Mal schlurig, mal lässig. Collagiert und mit verzerrten, auch verhallten Krach-Anteilen angereichert - "Speed" und "First Byte" -, in nervöseren, aufregenden Momenten; in Entspannungsphasen, die wesentliches Charakteristikum von "Home-Run" sind, dagegen stoisch fließend. Das Album kommt weitestgehend ohne Gesang aus. Wenn gesungen wird, wie in "The Last Byte", dem Stück mit dem schnurrenden Fretless-Bass, dem sphärischen "Comsubpac" und "Ladykill" - manisch und easy zugleich -, sind die gedosten Stockhausen-Schüler, Karoli's einstige Wegbegleiter, ganz nah. Nah dran am Klangbild der Bits und der repetitiven Offenheit ihrer Tracks. In den späten Siebzigern und frühen Achtzigern sind Konfrontationen vorgenommen beziehungsweise kantige Fusionen dieserart schon einmal praktiziert worden. An ganz unterschiedlichen Schauplätzen passierte etwas, etwa in New York, bei Bill Laswell's Material, und in Bristol, wo die Pop Group kurz und schmerzhaft agierte. In der Vergangenheit firmierten solche Experimente unter der Genre-Bezeichnung Post-Punk. Seit die wilde Gitarren Musik zuletzt für tot und übel-riechend erklärt worden ist, existiert das Label Post-Rock. Doch die Karibik ist den Bits wichtiger als das windige, damals noch anders klingende Chicago, - welches heute wahrscheinlich, nach wie vor, Hochburg der Funk, Kraut-, Jazz- und Indie-Rock aufgreifenden - dekonstruktierenden? - Instrumental-Musik ist. So wird steady gerockt, mit irritierenden Schlagzeug-Hakern, zeitweise effektvoller Rückwärts-Rhythmisierung bringen Bits Wärme bei Kälte, angenehmes Abschalten - auch Halluzinieren - bei Hitze.
Tobias Stalling
PNG onlinemagazin
S.Y.P.H. - HARBEITSLOSE / BIT'S / HOME-RUN (Fuenfundvierzig/Indigo)
Noch mehr verschwendete Jugend für uns Spätgeborene. Letztens saß ich während Jürgen Teipels Video-Lesetourstopp im Ilses Erika und fühlte mich, obgleich herrlich fasziniert, auch wieder 'mal so unwissend. Mensch, da ging ja was, Anfang der 80er zwischen Düsseldorf und West-Berlin. Zum ersten mal in meinem Leben schien sich eine Nuance dessen in mein Gewissen zu schleichen, was der damalige Punk eigentlich wollte und konnte. Eben nicht nur Iro samt zerfetzten Klamotten tragen, bei prolligen 1,5-Akkordbands torkelnd kistenweise Sternburger verspritzen und "Halts Maul Deutschland" rufen, während Mutti immer noch brav die Miete zahlt - in etwa so suggerierten es mir früher immer die Spackos in meinem Heimatort-AJZ. Nein, wahrlich nicht. Dank Freund Teipel weiß ich nun auch S.Y.P.H in einen
musikhistorischen Kontext einzuordnen. Deren aktueller Re-Release "Harbeitslose" (inklusive der Stücke von der 82er Doppel-EP "S.Y.P.H.") scheint im Raketenschweif des nur allzu nachvollziehbaren Fehlfarben-Hypes gerade recht zu kommen. Auch wenn Songs wie "Hörzu" oder "Ich glaub die Liebe" in ihrer Metaphorik nach zwanzig Jahren nur noch schwer an den gesellschaftlichen Grundfesten rütteln können. Ist ja aber auch nicht weiter wichtig. Vielmehr vermag die Kompilation einen guten Überblick darüber zu geben, was an den meist äußerst sperrigen, jeglichen Klischee-Punkappeal negierenden Stücken der Solinger einmal aus musikalischer Sicht so einnehmend gewesen sein muss: Kaum nachzuempfindende Songstrukturen, aggressiv scheppernde Geräusch-wände, kickende Arschtritte in Richtung Intellektuellen-Mär und der Spaß am Klangexperiment. Aus ähnlicher Sichtweise ist auch Bit's, dem Seitenprojekt von S.Y.P.H.-Schlagzeuger Ulli:p, beizukommen. Deren Re-Release "Home Run" gleitet allerdings im Gegensatz zu den S.Y.P.H.-Sachen massiv - oft sogar äußerst gekonnt, wie auf dem Marc Moulinschen "Three Byte" - ins relaxt Jazzige ab. Aufgenommen 1984 in Nizza und Solingen können es die elf Stücke auch heute noch mit den meisten musikschulgeprägten Kaffeehaus-Funkern neuerer Bauart aufnehmen. Bisweilen kommt sogar etwas ungeahntes Downbeat-Feeling auf, auch wenn einen dann die Gitarrensounds mit ihrer bratzigen Verzerrer-Technik schnell wieder an die 80er-Sozialisation erinnern.
( Rheinische Post 28.12.2003 Autor M. Tesch )
Hypnotisch, magisch und zeitlos schön
Testcard 12 jahrgang 2003
aUTOR fRANK a.punkt sCHNEIDER)
bit’s: Home-run CD
Re-Release der 1982 bei Pure Freude erschienenen und logischerweise auch schon stark gesuchten Bit’S-12“, angereichert – neben einem Outtake der ursprünglichen Aufnahmesession – noch mit reichlich Ergänzungsmaterial, über dessen Entstehungszeitraum sich das Beiheft ausschweigt; musikhistorisch würde ich sagen: Mitte der frühen mittleren 80er.
BIT’S war ein Projekt des SYPH-Schlagzeugers Ulli Putsch, der an einigen Meilensteinen der Gruppe beteiligt war, vom lahmenden 1,5-Akkord-Uffta-Punk der frühen Klassikerinnen bis zu den Geräuschschwaden des sensationell ungerichteten Experimentalgekröses seit der B-Seite von „Psst“.
Selten war Freeform-Rumgefreake weniger persönlichkeitsmystikhaltig und von jeglichem Transzendenzkern entsteinter als dort (bzw. Orientierungslosigkeit ist ja auch eine geeignete Form von Kontrollverlust). Krautrock qua die Erfahrung von Punk vom Kopf auf den Abgrund gewuchtet. Die Radikalität der Ridikülität der Radikalität – die Älteren unter uns werden sich noch erinnern.
Aufgenommen hat die Stücke der damaligen Maxi Michael Karoli. Insofern enthält sie CAN-Studio-dekorierte, industrialisierte Post-NDW-Free-Funk-Klumpen mit Lichtfall auf aufgelassene PIG BAG und zerklüftete stahlwerkssinfonische Kopfschmerzen, denen auch kein A Certain Ratiopharm mehr aufzuhelfen vermag. Eine zeitprogrammatisch wulstige und unrunde Ungelenkheit, wie sie zahlreichen Produktionen der Zeit zugrunde liegt und für die wir SYPH beispielsweise geliebt haben. Sollte man/frau/sonstige also nicht gleich grönemeyermäßig mit der Beweiskette >>Der Arbeiter = Menschmaschine = deutsche Identität<< erdrosseln.
Also:
Soul und Groove als produktives Missverständnis mit mühlsteingroßen Magengeschwüren. Dies gilt vor allem für die Stücke der 12“.
Zwischen dem postapokalyptischen Modeschmuck an: düsteren Schollen, endlosen Schächten und schrundigen Flözen (und was derlei Rezeptionsklischees und videokünstlerische Adäquanzstrategien mehr sind) hängt wie Benzingeruch zerstäubte Funkyness über der Szenerie. Leider ist dem Gitarristen mindestens beim zweiten Stück der Maxi, aber auch sonst hie und da, fachmännisch bzw. -blättisch die Hand ausgerutscht. Die Grenze zwischen Markieren und Melken verschwimmt ihm ab und an ins Bodenlose. Sein stellenweise phantasieloses Draufhalten zwischen ornamentalem Kleinganoventum und ästhetisch verabscheuungswürdiger Redefreiheit zieht mich gelegentlich in die Neo-Fusion-Gitarren-Punkt-und-Kommalosigkeiten meiner Mitt-80er-Provinz-Festival-Sozialisations-Dragikomik hinab. Beim letzten Stück der 12“ kann er sich z.B. kraanige Schlierenkrakeleien nicht verkneifen und es hängt ein Kraut-Rock-Jazz-Schleier über der Stadt, den meine Mutter usw. Dies spricht dann doch eher für den „Sessioncharakter“ der Aufnahmen; zumal besagter allzu ungezwungener Ausdruckswille deren Konsequenz zwischenzeitlich leckschlägt. Später schnellt dann diese „Spielfreude“ noch ein paar Mal hervor und tiriliert ein bißchen gegen die symbolische Ordnung der Stücke an. Dass diese das aber wegstecken, und selbst da nicht, wo ein luftikusiger Einhauch schwer auf ihre Brust drückt (so bei „Speed“; das Stücke wäre mit „Lachgas“ wohl trefflicher benannt) und kurz nach MEZZOFORTE beim Aufwärmtraining geklungen wird,
spricht letztinstanzlich dann doch für ihre Kraft. Ihre Unerschütterlichkeit.
Und so folgt auf haschkeksige Aufgekratztheit wieder Zerschundenheit, auf ästhetische Emoticons wieder der Langmut des baß Ruinösen. Dies gilt auch für die sessionmäßig dahingeknödelten Scat-Gesangseinlagen, die einmal nerven (beim daher verständlichen 12“-Outtake „the last byte“), wie sie an anderer Stelle an die vokalen Black Music-Exkursionen bei z.B. Rip, Rig & Panic denken lassen. Passt jedenfalls vorbildlich in die Früh-80er-Wiederveröffentlichungsschwemme, die ja mittlerweile auch No Wave und andere Funk-Punk-Industrial-Verfilzungen erfasst hat. Denn: Etwas besseres als LADYTRON finden wir überall!
Super Musik echt.
Metajour online
ULLIP / MICHAEL KAROLI
"Bit's Home-Run"
FUNFUNDVIERZIG
CD
01 - "Two Byte"
02 - "First Byte"
03 - "Three Byte"
04 - "The Last Byte"
05 - "Home-Run"
06 - "Candy Candy"
07 - "Snake Byte Kit"
08 - "Speed"
09 - "Comsubpac"
10 - "Ladykill"
11 - "Can Beee"
This album has grown very familiar as I have been attempting to find the time to review it for some time now. Sat in front of the TV the night before we civilized British celebrate the burning of another human being in effigy (4/11/03), waiting for CSI: MIAMI to deliver heinous crime direct to my living room, an advert came on with a cool deep rhythm. Seemed familiar. No wonder - it was either the opening track from this album or a colour-bleached facsimile (things always sound weaker on the tube - perhaps diluted to pour easier into the progressively vegitated cerebellum). The track had become so indelibly imprinted upon me - long ponderings on how to describe it in this review.
This is not a one dimensional album. For although the tempo stays pretty much the same throughout (with the possible exception of the oddly commercial "Speed"), their approach changes throughout, and you find the album is separated into several 'sections', the enjoyably lacksidasical atmosphere rolling from focused spatial workouts, through an assortment of recognizable genres, to a CAN-like sprawling workout.
The first couple of tracks are perhaps the roughest and less Prog-tinted than those further on. That opener - the comparison came to me - sounds very much like something from a PIL session, if one had existed, between the first album and "Metal Box" - very live ambience (you can almost sense a large empty room within the sound), determined relentless rhythm along with silly voices and squeaky toys. The second piece too could have been from "Metal Box" - back when there was a sense of excitement to the music, together with the chance that at any point where 'professionalism' might melt away and the session collapse into a less than harmonic mess.
The third piece shows it's CAN roots more obviously, assimilating a more acceptable sound with 'Prog' guitar squigglery. The fourth piece departs even further from the PIL ref. with a kinda hard groove Blues. The drummer punches through this laid back album with a rock-solid-steady approach, sounding as crisp and determined as a teeth-gritted MARTIN ATKINS. And while there are few percussive fireworks, it's compensated by the sheer limpet unwillingness to fade into the background.
The references so far on this review might suggest a much harder album than it actually is. In truth this is a nice, laid-back, easy listening journey. But it lack of hazy directionless self-indulgence manages to create a deceptive divide between the full-beam, wired group and their lulled and entranced audience.
"Speed" could almost be JAN HAMMER diluted into brisk breezy happy optimism. Pert little keyboards suggest the wallpaper music which seemed so 'In' during the 80's - soundtrack music from those Brat Pack movies about tedious love lives, dancing, partying, getting into financial difficulties, coming to terms with friends dying and other things which you might empathise with more were the actors not so bloody annoying, and so far outside most people's social experience as to appear like some experiment gone wrong.
There are moments where CAN-like improvs seem to appear - someone tries a groove, the others lock in and the entire thing takes on a trancy, non-vocal mantra like feel - chanting for the hands. A female voice, so fragile it could be sucked back into the vacuum of space-time and erased from memory plays in the dusty corners of the studio, mouse-timid yet driven to deliver whatever message it carries. These tracks fade in and out - suggesting high points from long-drawn-out sessions. And while the ham-fisted fades give it a rough and ragged feel, it's nice to know such solid music has an intrinsic scruffiness.
Eclectic in approach, they absorb Dub, Reggae, Blues, Progressive Rock, 80's Pop Rock and a myriad other styles into something which sits outside the mainstream, maybe even outside those who consider themselves 'Outside The Mainstream'. Both acceptable yet obscure? Extreme MOR harcore easy listening?
From Psychotronic Zone Mai 2004
I must admit, that I haven't heard about this band before, but they have released one 12" in the early 80's. This whole CD is from the same period, although at first I thought it was a modern recording. So the band has obviously been ahead of its time! There's some tiny bit of info on the net, but only in German, and unfortunately I can't read that. The music is clearly kraut rock in the spirit of Can, Neu! and even a bit Faust. There's also some jazz mood, and for example reggae influences. The mechanic drumming creates some electro feel, as well. Michael Karoli from Can, who passed away in 2001, plays guitar on one track, and he has also produced four of the tracks that were released on that maxi. Uwe Jahnke, the guitarist, has played in Damo Suzuki Network, a loose group which has of course also featured Mani Neimeier (Guru Guru) and Karoli, as well. There are some teutonic, pounding rhythms, repetition, tape manipulation and kling klang for every one on this album. The music is mostly instrumental, but there are also some vocals, as well. Guitars are in the main role, but there's also some electric piano, organ and even synths. A very good album that can be recommended to every kraut rock fan.
Ein Ineinandercrashen von Kulturen
Damo Suzukis Network spielte am 16. Februar 2003 in der Knitting Factory in New York City.
Eine wahre Geschichte von Ulli Putsch, in einer Fassung von Mark E. Gaukeli
Damo Suzukis Network waren am 16. Februar 2003:
Damo Suzuki (Voice)
Elliot Sharp (8-String Guitarbass)
Keef Roberts (Keyboards)
Jonathan La Master (Bass, Violine)
Ulli Putsch (Drums)
Shu-ni Tsou (Ditzi = Chinese bamboo flutes set)
Rik Hambra (Ethnic Fusion Percussion set, Singing Voice)
Jameela (Belly Dance)
Auf seinen Blättern steht etwas von der Einstein-Theorie, mit einer Affengeschwindigkeit schreibt der Mann irgendwelche Formeln auf den linken Rand der Blätter. Ulli hat die Spex vor sich liegen und beäugt den Mann. Er spricht den Mann an: Sie sind Professor? Tatsächlich, dieser Mann, der Woody Allen ähnlich sieht, allerdings wohl noch etwas kleiner ist als dieser, ist Mathematikprofessor, mit einem dazu passenden Wuschelkopf und einer Hakennase. Er sei auf dem Rückweg von einem Mathematiksymposion im Schwarzwald. Natürlich kommt vom Professor nun die Rückfrage, was Ulli denn so mache. Ulli erzählt, er habe am nächsten Tag in der Knitting Factory in New York einen Auftritt zusammen mit Damo Suzuki, dem ehemaligen Sänger von Can. Den Club kennt der aus New Jersey stammende Professor sogar: Kleiner, feiner Club.
Sie landen in Newark, Ulli nimmt sich ein Taxi, auf Bus oder U-Bahn hat er keine Lust. Er gibt dem Taxifahrer die Adresse seiner Unterkunft. Oh, das ist weit. Die beiden einigen sich auf 40 Dollar, plus sechs Dollar Maut für den Tunnel. Brooklyn ist das Ziel. Er steht vor dem Haus, in dem er die nächsten zwei Nächte schlafen soll: Naja, von außem trauste dem aber nicht soviel zu. Alles etwas herbe, sieht alles etwas abbruchmäßig aus.
Allerdings ist das Haus einem Hochsicherheitstrakt nicht unähnlich, es ist gar nicht einfach, hineinzukommen. Kameras überall. Parts and Labour heißt die Band, die in dem Haus gemeinschaftlich wohnt. Ulli kennt die bisher noch nicht, Damo Suzuki hatte mit der Band schon mehrmals gespielt und diese Unterkunft organisiert. Ulli betritt das Loft der Band, mindestens fünfzehn Leute wirbeln durch den Raum. Mittendrin ein schweres Motorrad, dort ein typischer Lastenaufzug. Es läuft Musik von Can, paßt ja. Ulli setzt sich erschöpft von der Anreise mitten ins Geschehen hinein. "Welcome in New York" steht groß auf einem Banner. Alle reden auf ihn ein. Er geht erstmal zum Telefon und meldet seiner Frau in Solingen die unbeschadete Ankunft. Hätte ja was passieren können, schließlich waren heute die weltweitem Demos gegen den Irak-Krieg.
Er versucht, etwas zu schlafen, was kaum möglich ist, da die Kommunenmitglieder ziemlich in Action sind. Nun wird es ruhig, dafür ist er hellwach. Er geht raus, schießt ein paar Bilder mit der Digi-Kamera. Es ist eiskalt, minus 14 Grad Celsius, kein Schnee. Sein Blick geht hinüber nach Manhattan. Hier ein Abrißgebäude, dort ein Truckverleih. Hinter einer Blechwand fängt das Wasser an, der East River. Die Hafenanlagen sind völlig verfallen. Dort müssen die früher Schiffe gebaut haben. Hier drehen die Horrorfilme. In der entgegengesetzten Richtung geht es zum Zentrum Brooklyns. Da sind Kneipen, Geschäfte, Freßbuden, alles, was das Herz eines Studenten so begehrt, volles Rohr. Alles relativ beschaulich, keine richtig hohen, nur fünf- oder sechsstöckige Häuser. Immer die Feuerleitern zur Straße raus.
Er geht zurück zu seiner Unterkunft. Du bist auch schon wach? Schon eine Weile. Für ihre bevorstehende Tour im Süden tüten die Bandmitglieder gerade Singles ein. Sie haben für die Singles keine Cover, die machen sie selber. In eine Plastikhülle kommt ein Stück rotes Papier, das jedesmal mit der Schere ausgeschnitten und dann einfach gefaltet wird, schließlich wird handschriftlich etwas draufgeschrieben und die Single eingetütet. Eine stundenlange Beschäftigung. Ulli muß lachen. In einer anderen Kammer wird an einem Poster gebastelt. Ein ziemliches Gewusel. Ulli erinnert sich an seinen Besuch bei der Berliner Band DIN A Testbild 1978. Ein ähnliches Chaos, er fühlt sich um Jahrzehnte zurückversetzt. Drei Laptops und drei Apple Macintoshs laufen permanent, alle vernetzt. Und 352 Fernsehkanäle. Das alles durcheinander. Ulli beobachtet alles fasziniert.
Mittlerweile ist es Nachmittag, er fährt mit einem Taxi zur Knitting Factory. Rüber nach Manhattan, zwei Straßen entfernt vom Broadway. Immer noch kein Schnee, alles easy. Er ist der erste von den Musikern. Nur der Soundchecker ist schon da. Ulli sieht das Schlagzeug: mittelprächtig, aber gute Felle drauf. Die Ständer für die Becken sind ja echt herrlich, was für zarte Naturen. Ich brauche was Festeres, aber du mußt ja mit dem arbeiten, was da ist. Seine Becken und die Maschinen hat er aus Deutschland mitgebracht. Er baut das Schlagzeug ein wenig um und stimmt es.
Als nächstes kommt Keef Roberts, der Keyboarder. Etwas Dunkeles, Großes, Hohes, Breites schiebt sich in den Raum, solche Schultern, so ein Stiernacken. Keef bringt eine riesige Kiste mit in den Raum, in der ist sein Keyboard. Wir sind noch zu zweit, kann nur noch besser werden. Dann kommt die Flötistin Shu-ni Tsou, gertenschlank wie ihre Flöte. Eine sehr nette Person. Elliot Sharp, ein Bassist, und Rik Hambra, der Perkussionmann, kommen gemeinsam. Rik baut seine Sachen auf. Habt ihr auch Hunger? Shu-ni Tsou, Keef und Ulli gehen etwas essen. Die ersten Schneeflocken kommen vom Himmel. Ist halt so. Shu-ni Tsou voraus, dahinter Ulli und der von weit hinter der Bronx stammende Keef hechelt hinterher. Keef ist ein genialer Chaot, vollkommen neben der Spur, aber ein guter Musiker. Die drei essen gut und preiswert. Draußen sind die Schneeflocken bereits dicker geworden, als sie aus dem Lokal kommen. Es ist schon glitschig auf der Straße. Oh, ich glaub, das wird fein heute. Ein Blizzard war angekündigt worden, und den Leuten wurde empfohlen, doch lieber daheim zu bleiben. So füllt sich der Club dann auch nur langsam, es wird wohl nicht ganz voll werden. Die Leute haben wohl Schiss, kann man verstehen.
Jonathan La Master, der Bass und Violine spielen soll, und Damo fehlen immer noch. Beide hatten am Tag zuvor einen Auftritt in North-Carolina, waren dort auch bereits früh morgens losgefahren, aber der Schnee hielt sie wohl auf. Sie beginnen mit dem Soundcheck. Zwischenzeitlich war auch Jameela, die japanische Bauchtänzerin, eingetroffen. Mit Rik Hambra kommt Ulli gleich klar, das ist blindes Verstehen auf den ersten Augenblick. Mit dem mache ich mal mehr. Von den Quellen, den Ursprüngen der einzelnen auf der Bühne paßt eigentlich nichts zusammen. Jameela sieht in ihrem Kostüm wie ein Weihnachtsbaum aus.
Jonathan und Damo fehlen weiterhin. Wir können die Leute nicht länger warten lassen. Sie fangen an: This is the Damo Suzuki show, without Damo Suzuki. Mit ein paar leichten Solianfängen läßt man den Abend beginnen. Es entwickelt sich schnell, auch ohne Damo, die von ihm gewollte Art des Musikmachens: Instand Composing. Ein echtes Abenteuer in Sachen Musik. Und so findet die Band ihren ganz eigenen Weg um zusammen Musik zu machen. Nach der ersten kleinen Pause beschliessen die Musiker, daß Keef Roberts alleine auf die Bühne gehen und mit seinem Keyboard ein paar lustige Sachen machen soll. Mach einfach mal. Nun erklärt sich Ulli bereit, als nächster auf der Bühne zu gehen und sich einzuklinken. So kommt nun alle fünf Minuten ein neuer Musiker auf die Bühne. Und im Zeitablauf passend trifft jetzt auch Damo ein, springt sozusagen aus dem Auto sofort auf die Bühne. Jonathan folgt. Endlich vollzählig. Auf der Bühne ist es nun reichlich eng.
Der Mann am Mischpult ist ein Chinese, er macht ansich einen guten Sound, aber er macht den Fehler vieler Mixer: Er läßt nicht alle Instrumente über die Anlage laufen, was nicht gerade für die Aufnahmequalität förderlich ist, ist nun aber zu spät um das zu ändern, das müssen die Computermaschinen im Nachhinein richten. Elliot ist zwar gebürtiger New Yorker, er sieht aber russischstämmig aus. Der Name Elliot und Sharp haben nichts miteinander zu tun. Keef Roberts ist ein echtes Kind der Bronx. Jonathan ist aus Boston, seine Eltern sind wahrscheinlich ganz gediegene Leute, so ähnlich wie bei Ulli. Shu-ni Tsou kommt aus Taiwan. Rik ist eigentlich ein Argentinier. Jameela, eine Japanerin. Damo, der Weltenbummler, ja ebenfalls. Ein Ineinandercrashen von Kulturen. Damo stellt seine Musiker stets selber zusammen. Es ist nicht immer einfach, alle auf den Tag zu bekommen. Er plant relativ lange im voraus. In den USA ist es allerdings so, daß man eine wahnsinnig lange Vorlaufzeit gar nicht bekommt, vielleicht zwei Monate. Hier in Europa rechnet man mit einem halben Jahr. Planung, Plakate, Medien. Länger und komplizierter halt.
Draußen schneit und stürmt es weiterhin, der Schnee ist einen Meter hoch gegen die Hauswand geweht. Die Leute setzen sich Mützen auf, verpacken sich dick in Schals und stemmen sich gegen den Wind. Oh, wie kommen wir nach Hause? Die Seitenstraßen sind nicht geräumt. Auf der Hauptstraße kommen fünf Bulldozer zugleich und machen die Straßen frei. In den Nebenstraßen ist an Autoverkehr gar nicht zu denken. Ulli geht wieder rein, holt sein Beckencase und die Umhängetasche mit den Metallteilen. Die Musiker müssen jeder woanders hin. Das ist das Problem. Ein Taxi kommt garantiert, meint einer. Ulli tritt nach vorne, hebt den Arm und schon schliddert ein Taxi an. Der Fahrer mit dicker Hornbrille, Kassengestell. Ulli gibt ihm einen Zettel. Nach Brooklyn, Ecke sowieso. Sie sprechen über den Auftritt. Nun hast du aber sicher noch Hunger. Dort bekommst du bis vier Uhr morgens noch Pizza. In die Kneipe dort, die gehört einem Freund von mir, da mußt du auch hin. Nach Brooklyn ist es eigentlich nicht weit, sie brauchen aber bei diesen Verhältnissen eine Dreiviertelstunde.
Statt zur Pizzaria oder in die Kneipe zu gehen, versucht Ulli in seiner Unterkunft zu schlafen. Er ist aber vom Auftritt noch zu aufgedreht. So holt er sein mobiles DAT-Gerät und hört sich die Aufnahmen vom Auftritt an. Mit den Kopfhörern schläft er ein.
Er wird geweckt. Hey, wir müssen checken, ob dein Flug geht, guck mal nach draußen. Es schneit immer noch, nichts läuft mehr. Auf der Straße: Leute mit Skiern. Sie rufen den Flughafen an, man sagt ihnen, der Flug ginge klar. Wenn der Flug geht, dann sei auch da, nicht daß der ohne dich geht. Du mußt da hin, also setz dich bei Zeiten in Bewegung. In der Bedfordstreet geht Ulli erstmal gut frühstücken. Da gibt es tolle Kneipen. Irgendwer quatscht immer mit einem. Er entschuldigt sich für sein schlechtes Englisch. Wir können dich wunderbar verstehen, sagt man ihm. Gegen Mittag versuchen sie, ein Taxi zu rufen, alle Taxizentralen sind belegt. Mit fünf Handys rufen sie nun bei den Zentralen an. Jetzt geht einer ran. Wir sind in acht Minuten da. Acht Minuten bei dem Wetter, na da bin ich gespannt.
Nach acht Minuten steht wirklich ein Taxi vor der Tür. Diesmal ist der Fahrer ein kleiner Puertorikaner. Zum Newark-Flughafen. Der Fahrer lacht laut: Das ist weit und haben Sie denn Zeit? Ulli zeigt ihm ein dickes Taschenbuch. Im Autoradio läuft puertorikanische Tralalamusik. Anderthalb Stunden schliddern die beiden nun mit dem Lincoln durch New York. Damit hatte ich gerechnet.
Bis auf Ullis Lufthansa-Flug haben schon alle anderen Flüge eingecheckt. Sein Flug kann gehen, aber ohne Personal geht er halt nicht. Die Besatzung ist im Schnee hängengeblieben. Was sollen wir nun einchecken? Wenn die Besatzung nicht kommt, kommen Sie nicht mehr an ihr Gespäck. Die Fluggäste warten.
Der einzige Flug, der später mit zweieinhalbstündiger Verspätung gehen wird, ist der von der Lufthansa, alle anderen müssen wieder auschecken. Der Rückflug ist dann noch schneller als der Hinflug: sechseinhalb Stunden, davon verpennt Ulli vier.